Freitag, 4. Januar 2013

Praia As Furnas - Strand "Höhlen im Meer" am 01. Januar 2013

Bei Ebbe gibt das Meer die "Furnas" frei: Tiefe Furchen, die das Meer in den Schiefer geschnitten hat.

When the tide is out, you see the "furnas": deep carvings into the rocks.

Im Schiefergestein befinden sich bunte Tupfer: Einschlüsse von Kupfer und Aluminium.

Within the shale stone you find colorful dots: embedded copper and aluminium nuggets.

Gedenkstein für Ramón Sampedro, der an dieser Stelle so unglücklich in das Wasserbecken sprang, das er kopfabwärts gelähmt wurde. Sein lebenslanger Kampf für ein würdiges Leben und Sterben bildete die Vorlage für den bewegenden Film "Das Meer in mir".

Memorial stone for Ramón Sampedro, who dived into the natural waterpool so unhappily that he became paralysed from the neck down. His lifelong fight for a dignified life and death was the background for the touching movie "The Sea Inside".

Aussicht vom Vogelbeobachtungsposten: Die weitläufige Dünenlandschaft mit zwei Lagunen ist für viele seltene Vögel Winterquartier.

View from a bird watching tower. The spacious dune landscape with two lagoons serves as wintering grounds for many rare species of birds.
Möwen an der Mündung der Salzwasserlagune. In der Ferne sehen wir Delfine im Meer tollen.

Sea gulls at the estuary of the saltwater lagoon. In the distance we see dolphins tumbling in the sea.
   


Korkeiche. Der wärmeliebende Baum, der in Andalusien beheimatet ist, wächst auch in Galicien.

Cork Oak. This thermophile tree, that calls his home Andalusia, also grows in Galicia.


Kamelien in voller Blüte. Die Wintermonate sind in Galicien voller Farbe. Gelb die Zitronen, orange die Orangen, weiß die Callas, grün die Wälder, blau das Meer.

Camellias in full bloom. In Galicia, the winter months are full of color. Yellow the lemons, amber the oranges, white the calla lilies, green the woods, blue the sea.



Dienstag, 27. November 2012

Wenn der Eukalytus blüht...

Eukalyptus - Geschlossene Blütenkapsel (1+2), geöffnete Kapsel (3), Blüte (4)
ist es November. Dann öffnen sich die Blütenkapseln und bringen leuchtend gelbe Blüten hervor. Meist sieht man die Blütenpracht nicht. Denn das Schauspiel findet 3-5 Meter über dem Waldboden statt. Letzte Nacht jedoch hat ein Sturm ordentlich durch die Baumkronen gefegt und an den Ästen gerüttelt. Am Morgen sehen wir die Blüten am Boden. Es sind teils geschlossene Blütenkapseln, teils geöffnete. Die Blütenkapseln und Blüten liegen verstreut auf der Erde. Sie duften intensiv. Der Name Eukalyptus ist griechisch und bedeutet “gut versteckt”, was sich auf die Blütenkapseln bezieht, die die Blüten bis zum Aufspringen im Innern der Kapseln verbergen.
 
Eukalypten sind keine europäischen Bäume. Sie stammen aus Australien und kamen Ende des 19. Jahrhunderts nach Spanien. Heute besiedeln sie einen Großteil der spanischen Atlantikküste und verdrängen einheimische Baumarten wie Eiche, Birke und Schwarz-Erle. In einigen Regionen, wie z.B. im Nationalpark auf den Inseln Cíes bemüht man sich daher, den Eukalyptus vollständig durch einheimische Bäume zu ersetzen.

Freitag, 23. März 2012

Strandwetter

In kurzen Hosen und T-Shirts, mit Sonnenbrille, Sonnencreme, einem großen Badetuch und einer Kühlbox voller Leckereien fahren wir zu unserem Lieblingsstrand. Seicht fällt der weiße Sandstrand ins Meer. Nur vereinzelte Spaziergänger laufen über die 2 km lange Strandbucht. Eine einzelne Boje schwimmt auf dem Wasser. Eine Boje? Oder schwimmt da jemand? "Nein, das muss eine Boje sein! Setzt dich hin und schau in einer halben Stunde nochmal nach", versichere ich Anette. In den Dünen packen wir unser Picknick aus und genießen Empanada, Melone mit Jamón und Chorizo bei sommerlichen Temperaturen.
Siesta unter strahlend blauem Himmel. Es ist so herrlich, dass wir alle Zeit vergessen. Wir wollen uns gerade über einen kühlen Wind
empören, als ich auf die Uhr schaue. Es ist kurz vor 18 Uhr. Und Ende März. Bei einem Spaziergang durchs Wasser stellen wir fest, dass es nur im ersten Moment noch kalt ist.
Ach ja, und die Boje ist weg!

Dienstag, 28. Februar 2012

Essen ist Kunst

Hausgemachter Käse und Honig
Comer es arte“, erklärt Cesar, Essen ist Kunst. Cesar war gerade für zehn Tage in der Schweiz und fand es befremdlich, dass die Leute dort auf der Straße im Gehen essen. Mit Frühstücksbrötchen und Kaffee im Pappbecher standen sie an der Bushaltestelle, um dann im Bus zu frühstücken“, erzählt er, während der Fahrt. Das ist doch nicht gesund. Fürs Essen muss man sich Zeit nehmen.
In Spanien hat Essen vor allem eine wichtige soziale Funktion. Wenigstens am Wochenende trifft sich die Großfamilie zu einem stundenlangen Mittagessen, bei dem es keineswegs in erster Linie um Nahrungsaufnahme geht, sondern vor allem um das gesellige Beisammensein und die Gespräche miteinander. Aber auch unter der Woche darf das Essen nicht zu kurz kommen. In Spanien isst man nicht am Arbeitsplatz, sondern man fährt entweder nach Hause oder isst im Restaurant ein hausgemachtes Tagesmenü.
Einen Schnellimbiss neben dem anderen gebe es in Zürich. Cesar schüttelt den Kopf. Und sogar im Supermarkt gab es eine Ecke mit abgepackten Fertiggerichten. Und dann auch noch so teuer! Neun Euro hat er für einen Hamburger bezahlt. Für Tomaten aus dem Supermarkt drei Euro. Dabei kostet doch ein Tomatenpflänzchen nur sechzig Cent. Lieber pflanzt sich Cesar seine Tomaten in den Garten. Da wei
ß man, was man hat.
"Wenn du mich fragst, wann ich das letzte Mal Eier im Supermarkt gekauft habe? Keine Ahnung! Wann habe ich mir das letzte Mal Fleisch im Geschäft gekauft? Keine Ahnung!" Seine Nahrungsmittel bezieht Cesar aus der Familie, wie es in Galicien üblich ist. Sein Schwager schlachtet alle drei, vier Monate ein Schwein. Ein anderer Verwandter hält Schafe, seine Mutter neun Hühner. Cesar selbst hat über hundert Obstbäume (Äpfel, Orangen, Pfirsiche, Mandarinen, Zitronen ...) und eine Bienenzucht.
Hin und wieder bringt Cesar uns Orangen oder Honig mit. "Ein Jahr lang ist der Honig gereift", erklärt er uns, "Daher ist er viel schmackhafter, als wenn man ihn schon nach einem halben Jahr gewinnt". Für Essen muss man sich Zeit nehmen.

Dienstag, 7. Februar 2012

Orangenmarmelade aus Galicien - garantiert Bio!


Orangen im Nachbarsgarten
 Der Zierorangenbaum im Nachbarsgarten ist voller reifer Früchte! Orangen, die zu bitter sind zum Essen oder für Saft und genau richtig für wunderbare englische Orangenmarmelade!!! Das ist nichts für unsere galicischen Nachbarn. Wir dürfen uns frei bedienen. Also haben wir gestern ein paar Orangen gepflückt und ich habe Marmelade eingekocht. Garantiert Bio, denn die Orangen werden nie gespritzt. Orangensaft, Kerne, Fruchtfleisch und Schale habe ich fast komplett verwertet und brauchte so weder Gelierzucker noch Pektin hinzugeben. Die Marmelade schmeckt köstlich!


Hier mein Rezept für zehn Gläser Marmelade: 
Zutaten:
10 bittere Orangen (ca. 1200 g)
2 Zitronen
1800 g Zucker
1200 ml Wasser


Herstellung:
Selbstgemachte Bio-Orangenmarmelade auf galicischem Landbrot
Orangen und Zitronen abwaschen und auspressen. Orangenschalen in dünne, nicht zu lange Streifen schneiden, und je nach Geschmack etwa ein bis zwei Drittel der Streifen zusammen mit dem frischgepressten Saft in einen großen Topf geben (Topf 1).
Die restlichen Streifen zusammen mit den Kernen und dem Fruchtfleisch von Orangen und Zitronen in einen zweiten Topf (Topf 2) geben. Dieses Gemisch zusammen mit knapp 1 Liter Wasser etwa zwei Stunden lang auf niedriger Stufe köcheln lassen.
 
(Topf 1:) Den Orangen-Zitronensaft mit den Orangenschalenstreifen und dem Rest Wasser eine gute halbe Stunde lang köcheln lassen, bis die Streifen weich sind.
(Topf 2:) Das Gemisch so gut es geht durch ein feines Sieb drücken und die zähe Flüssigkeit in Topf 1 geben. In dieser Flüssigkeit ist Pektin enthalten, ein natürliches Geliermittel.
(Topf 1:) Zucker hinzufügen und das Ganze weiter köcheln. Mit einer Gelierprobe immer wieder prüfen, ob die Marmelade fertig ist: Einfach ein wenig Flüssigkeit auf einen kalten Teller geben; sobald sich ein Film bildet, ist die Marmelade fertig. ¡Buen provecho!

Freitag, 11. November 2011

Harte Arbeit für edle Leckerbissen. Muscheln sammeln in Galicien.

Mit speziellen Harken wird der nasse Sand umgegraben, in dem sich die Herzmuscheln vergraben. Was einfach aussieht, ist körperliche Schwerstarbeit und verlangt eine spezielle Technik und viel Übung.

Bis zur Hüfte stehen die Mariscadoras, die Herzmuschelsammlerinnen, bei ihrer Arbeit im Wasser. Die Gummireifen tragen die Körbe mit den Muscheln. Bis zu 25 Kilo sammelt jede Mariscadora in zwei Stunden während der Ebbe.

Der Traktor bringt die vollen Körbe zur Auktionshalle. Jeden Nachmittag um 17 Uhr werden die Muscheln nach dem holländischen Prinzip versteigert: Es wird nach unten geboten. An guten Tagen kostet ein Kilo Herzmuscheln 20 Euro.

Die Muscheln aus Galicien sind bekannt für ihre exzellente Qualität. Serviert bekommt ihr sie in den Gourmet-Restaurants von Madrid und Barcelona.

Sonntag, 6. November 2011

Herbst

Kormorane an der Praia de Testal

Die Kormorane sind zurück. Es ist Herbst. Von Oktober bis März nächtigen die gewaltigen, schwarzen Vögel zu hunderten in einem Eukalyptusbaum unten am Strand, an der Praia de Testal. Morgens früh, sobald die Sonne aufgeht, kommt in den Ästen Bewegung auf und die Kormorane verlassen einer nach dem anderen ihr Schlafquartier. Hinaus Richtung Meer fliegen sie, alle in dieselbe Richtung. Und jeden Abend kehren sie aus derselben Richtung zurück. Manchmal taucht ein Kormoran noch am Abend in der kleinen Lagune nach Fischen. Mit breit aufgespannten Flügeln sitzt er anschließend zwischen den anderen Vögeln auf einem der Äste oben im Baum. Bis 149cm reicht die Flügelspannweite der Kormorane.
Unser Nachbar schiebt eine Schubkarre mit einem gigantischen Kürbis den Berg hinauf. Er sei für das Schwein, erklärt er mir. Unsere Nachbarn halten jedes Jahr ein Schwein. Sie mästen es ein ganzes Jahr lang, bis es im Januar geschlachtet wird. Im Januar werden in ganz Galicien Schweine geschlachtet.
Es ist Esskastanienzeit. Wir sollen uns Esskastanien vom Nachbargrundstück holen, ruft uns eine Nachbarin zu. "Son muy buenas." "Sie sind sehr gut."
Die ersten Blätter der Esskastanien und Eichen verfärben sich. Der Rest des Waldes bleibt jedoch grün, im Herbst so wie im Winter. Denn Galiciens Küstenwälder bestehen größtenteils aus immergrünen Eukalyptusbäumen, Kiefern und Zypressen. Unser Wollmispelbaum bekommt gerade Blüten, während am Feigenbaum die letzten Früchte hängen. Vereinzelte reife Orangen und Zitronen leuchten zwischen sattgrünen Blättern. Zur selben Zeit wachsen neue Orangen und Zitronen fast unmerklich zwischen dem Blattgrün heran. In den Vorgärten der Nachbarschaft blühen die ersten, schneeweißen Callas und karminroten Camelien.

 Callas im Nachbarsgarten